Schadenfreiheitsklassen

Klassen kennt man normalerweise von der Schule. Wer das Klassenziel erreicht, wird versetzt. Sollten die Anforderungen hingegen nicht erfüllt worden sein, bleibt man sitzen. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Schadenfreiheitsklassen bei der Kfz-Versicherung. Der Unterschied besteht einerseits in einer deutlich längeren „Schulzeit“. Andererseits müssen Autofahrer mit härteren „Strafen“ rechnen. Sie bleiben nach einem Schaden oder Unfall nicht in der bisherigen Schadenfreiheitsklasse, sondern müssen gegebenenfalls wieder als „i-Männchen“ an den Start.

Schadenfreiheitsklasse: Tarifmerkmal bei der Kfz-Versicherung

Um das System der Schadenfreiheitsklassen etwas weniger bildhaft zu erklären: Es handelt sich um eines der wichtigsten Tarifmerkmale bei der Kfz-Versicherung und basiert auf der Wahrscheinlichkeit, ob die Assekuranz für einen ihrer Kunden einspringen muss oder nicht. Autofahrer, die lange ohne Unfall oder Schaden geblieben sind, stellen aus Sicht der Branche kaum ein Risiko dar. Auf der anderen Seite gelten Führerscheinneulinge, die laut Statistik wesentlich öfter in Unfälle verwickelt sind, als klassische Risikogruppe. Das spiegelt sich auch in den Schadenfreiheitsklassen wider, die in der Kfz-Haftpflicht- und der Vollkaskoversicherung Anwendung finden.

M für Malus bis SF-Klasse 25

Die Spanne reicht von M für Malusklasse bis hin zur Schadensfreiheitsklasse 25. Jede dieser SF-Klassen entspricht einem bestimmten Rabatt auf den Beitrag für die Kfz-Versicherung (Schadenfreiheitsrabatt). Erst wenn die höchste Stufe erklommen wurde, bleibt der Status quo gleich – solange es keinen Anlass für eine Rückstufung gibt. Fahranfänger beginnen in der Regel, von der allerdings immer mehr Assekuranzen abweichen, bei SF-Klasse 0. Sie steht für 230 Prozent. Aufgrund neuer Entwicklungen wie dem begleiteten Fahren im Rahmen des Führerscheins mit 17 gehen viele Versicherungen inzwischen dazu über, auch Neulingen zum Einstieg eine bessere Schadenfreiheitsklasse zuzugestehen, zum Beispiel SF-Klasse ½ (ca. 140 Prozent) oder SF-Klasse 1 (100 Prozent).

Rückstufung nach einem Schaden oder Unfall

Eine Klasse nach oben geht es, wenn der Kunde im Versicherungsjahr unfall- und schadenfrei gefahren ist. Aus Schadenfreiheitsklasse 1 wird im nächsten Jahr dann die Schadenfreiheitsklasse 2. Eine Rückstufung erfolgt, wenn die Kfz-Versicherung in die Pflicht genommen wird und einen Schaden bezahlen muss. Statt um eine Klasse wird der Versicherte dann um bis zu zehn Klassen schlechtergestellt. Die Grundlage hierfür bildet die Rückstufungstabelle, die im Vertragswerk enthalten ist.