Rabattschutz

Verlockend ist es allemal, der Kfz-Versicherung einen selbst verursachten Schaden melden zu dürfen, ohne dafür mit einer niedrigeren Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) und einer entsprechend höheren Prämie belangt zu werden. Das Zauberwort lautet „Rabattschutz“ und findet sich in fast allen Angeboten zur Autoversicherung. Allerdings gilt es, sehr genau zu überlegen, ob es sich wirklich lohnt, gegen einen Aufpreis von rund 15 Prozent einen Unfall oder gegebenenfalls sogar mehrere Schäden „frei“ zu haben.

Die normale Vorgehensweise nach einem Schaden

Vereinbart der Kunde mit seiner Kfz-Versicherung einen Rabattschutz und zahlt ein paar Euro mehr, erklärt sich das Unternehmen bereit, von der üblichen Vorgehensweise abzuweichen. Normalerweise setzt nach einem Schaden oder Unfall, der selbst verschuldet wurde, die Talfahrt der SF-Klasse ein. Der Kunde wird zurückgestuft. Das heißt, der ursprüngliche Schadensfreiheitsrabatt ist futsch und muss über Jahre hinweg mühsam wieder erarbeitet oder vielmehr „erfahren“ werden. Das ist je nach Ausgangslage mit enormen Mehrkosten verbunden.

Der Rabattschutz vermeidet eine Rückstufung

Um eine Rückstufung nach einem Schaden zu vermeiden, gibt es den Rabattschutz. Die Kfz-Versicherung drückt gewissermaßen ein Auge zu. Der Kunde bleibt in der bisherigen Schadensfreiheitsklasse und erhält nach wie vor den gleichen Rabatt. Eine weitere Variante sieht vor, dass sich zwar die SF-Klasse, nicht aber die Prämie ändert. Allerdings besteht die Option des Rabattschutzes nicht automatisch. In der Regel setzen die Assekuranzen voraus, dass der Versicherungsnehmer bereits mehrere Jahre unfallfrei geblieben ist und mindestens Schadensfreiheitsklasse 4, teilweise auch 6 erreicht hat. Dann darf der Rabattschutz in den Vertrag aufgenommen werden, sofern er nicht bereits fester Bestandteil des Tarifgefüges ist.

Nachteile der Rabattschutz-Vereinbarung

Der finanzielle Vorteil, den der Rabattschutz bietet, lässt sich nicht leugnen – zumindest auf den ersten Blick. Das Problem: Es handelt sich um eine interne Vereinbarung mit der Kfz-Versicherung, die nur das jeweilige Unternehmen und den Kunden betrifft. Sie gilt, solange der Vertrag besteht. Möchte der Kunde den Anbieter wechseln und eine neue, vielleicht günstigere Kfz-Versicherung abschließen, ist der Rabattschutz möglicherweise rückwirkend hinfällig. Denn die Versicherung meldet dem neuen Anbieter nicht nur die Schadensfreiheitsklasse, sondern den gesamten Vertragsverlauf. Darin enthalten sind auch die Schäden, die bei der SF-Klasse nicht berücksichtigt wurden, für die neue Kfz-Versicherung aber durchaus relevant sind. Das Ergebnis ist – wenn ein Schadenverlauf vorhanden ist – die Rückstufung beim neuen Versicherer. Die neue Kfz-Versicherung wird nach einem Versicherungswechsel also auch über regulierte Schäden informiert – wer hier schummeln will, der hat keine Chance!