Prozente

Bei Prozenten, die eine Ersparnis verheißen, leuchten gemeinhin die Augen. Schließlich gilt nach wie vor: Wieso mehr bezahlen als unbedingt nötig? Was sich im Supermarkt oder beim Elektrodiscounter als relativ einfach herausstellt, setzt bei der Autoversicherung eine „blütenweiße Weste“ voraus. Prozente gibt es im Rahmen der Kfz-Police nur, wenn man sozusagen unauffällig bleibt und keinen Schaden meldet. Dafür sorgen die Schadensfreiheitsklassen und die damit verbundenen Schadensfreiheitsrabatte.

Schadensfreiheitsklassen und Rabatte

Rabatt heißt in dem Zusammenhang, dass nicht der volle Beitrag für die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Vollkaskopolice gezahlt werden muss (die Teilkasko bleibt in puncto Prozent außen vor), sondern je nach erreichter Schadensfreiheitsklasse nur ein bestimmter Prozentsatz. Autofahrer, in deren Papieren eine SF-Klasse von 14 steht, also 40 Prozent, und die regulär 1.000 Euro berappen müssten, zahlen für ihre Kfz-Versicherung entsprechend 400 Euro. Wie viel Prozent die Assekuranz einräumt, ist klar definiert. Auskunft darüber, welcher Prozentsatz welcher Schadensfreiheitsklasse zugeordnet ist, geben die Tabellen der Versicherungsunternehmen. Das geht los bei Klasse M mit 240 bis 280 Prozent und reicht bis SF-Klasse 30 mit 25 bis 30 Prozent. Jede Klasse steht dabei für ein Jahr, in dem die Kfz-Versicherung nicht in Anspruch genommen wurde.

Zuckerbrot und Peitsche

Heißt: Die Prozente bei der Kfz-Versicherung kommen dem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche sehr nahe. Autofahrer, für die keine Leistung erbracht werden muss, erhalten ein „Leckerli“ und rücken Jahr für Jahr um eine SF-Klasse nach oben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Strafen in Form von Rückstufungen. Sie greifen immer dann, wenn die Versicherung aktiv werden musste und einen Schaden reguliert hat. Vermeiden lässt sich diese Maßnahme der Assekuranz durch einen Rabattschutz, den Rabattretter oder den Rückkauf des Schadens. Denn wenn die Prozente gekürzt werden, findet man sich unter Umständen gleich mehrere Stufen weiter unten wieder.

Prozente bei Fahranfängern

Maßgebend für die Prozente ist der Versicherungsverlauf. Hinzu kommt die erstmalige Einstufung. Gerade in dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Mussten Fahranfänger früher damit rechnen, bei 180 bis 200 Prozent einzusteigen, bieten die meisten Assekuranzen heute deutlich günstigere Tarife. Wer am begleiteten Fahren teilgenommen hat, kann mit 120 Prozent rechnen. Wenn die Eltern beim gleichen Unternehmen versichert sind, können es durchaus auch 100 Prozent sein. Gerade für Führerscheinneulinge lohnt sich also ein Vergleich.